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Eigene Texte

Grundschule Kleine Kielstraße, Dortmund (2006)

Grundschule Kleine Kielstraße, Foto von Jöran Muuß-Merholz
Grundschule Kleine Kielstraße 2006, Foto von Jöran Muuß-Merholz

Gestern schrieb ich von den Anfängen des Deutschen Schulpreises 2006, bei dem als erster  Hauptpreissieger die Grundschule Kleine Kielstraße in Dortmund ausgezeichnet wurde. Dabei fiel mir ein Text auf den Bildschirm, den ich damals, Ende 2006, für das AdZ-Netzwerk geschrieben hatte. Damit das Internet nichts vergisst, kopiere ich den mal hierher. Am Ende gibt es auch ein kleines Video von damals. (Kaum zu glauben, wie die Webvideo-Bildqualität vor nur 9 Jahren war …)

Eine Schule, die Antwort gibt – die Grundschule Kleine Kielstraße, Dortmund

Es ist der 11. Dezember 2006, 12.30 Uhr, als Schulleiterin Gisela Schultebraucks ihre Schüler umarmt. Das hatte die Regie so nicht vorgesehen. Gerade eben wurde auf der Bühne vor ihr und live im Fernsehen verkündet, dass die Grundschule Kleine Kielstraße den Deutschen Schulpreis gewonnen hat. Und eigentlich soll nun die Schulleiterin mit einem Schüler auf die Bühne kommen und den Preis entgegennehmen.

Stattdessen springen die Schulleiterin und ihre Kollegen auf, laufen zu ihren Schülern, die die Regie kamera-gerecht in der ersten Reihe platziert hat, umarmen sie und jubeln gemeinsam.

Eine Woche zuvor:

Digital ist besser. Zur gesellschaftlichen Akzeptanz bestimmter Armbanduhren.

Ich vermute in Vorträgen gerne, dass Smartwatches wie die Apple Watch 2014 / 2015 gerne noch belächelt werden, aber Ende 2015 das meist-gewünschte Weihnachtsgeschenk und 2017 Standard sein werden. In der aktuellen Debatte um Digitalisierung im Bildungsbereich wird gerne mal semi-ironisch Tocotronics „Digital ist besser“ von 1995… 

Ich sage jetzt auch „Digitale Bildung“ und „Digitale Schule“ und „Digitales Lernen“. Obwohl es ja Quatsch ist.

digitale Bildung, digitales Lernen, digitale SchuleIch habe mich lange gewehrt, die Begriffe „Digitale Bildung“ oder „Digitales Lernen“ oder „Digitale Schule“ zu benutzen, wie sie gerne für Tagungen oder in Massenmedien genutzt werden. Zum einen sind die Begriffe natürlich Unsinn, weil Bildung, Lernen und Schule selbst ja nicht digitalisiert werden, sondern nur Teile der Informationen und der Kommunikationen, die sie ausmachen. Zum anderen suggeriert die Verkürzung immer die Dominanz von #digital gegenüber Bildung, Lernen oder Schule.

Ich habe diesen Widerstand jetzt aufgegeben. 

Merkel: „Facebook ist eine Waschmaschine!“ – Jöran: „Quatsch, Facebook ist Merkel in einer Küche!“

Merkel vergleicht Facebook mit einer Waschmaschine Merkel (Kirchentag 2015)Das Netz freut sich, weil Bundeskanzlerin Merkel mal wieder was über das Internet gesagt hat. Es sei schön, Facebook zu haben, so wie ein Auto oder „ne ordentliche Waschmaschine“ zu haben. Leider hat sie die Metapher nicht erläutert. Dennoch möchte ich widersprechen: Facebook ist wie eine Küche!

Und ich kann es auch begründen. Dazu stehen unten die ersten Absätze aus einem Buch über Facebook aus dem Jahr 2012. (Ja, in Facebook-Maßstäben ist das natürlich gerade zu ein archäologischer Text. Aber ich denke, er funktioniert noch.) Damals schrieben Kollege Thomas Rose und ich: Bei Facebook ist man zusammen mit Angela Merkel in einer Kaffeeküche.

Digitale Schule – Im Großlernbüro

Herzlich Willkommen an der Oskar von Miller Schule Kassel
Medieneinsatz in Kassel

Die Oskar-von-Miller-Schule in Kassel hat sich vorgenommen, das Netz und digitale Werkzeuge zum eigenverantwortlichen Lernen zu nutzen. Das wird mittlerweile sogar in China kopiert.

Der Besucher in der Oskar-von-Miller-Schule in Kassel ist verwirrt. Das hier soll eine Schule sein? Es sieht eher nach einem Großraumbüro aus: Arbeitsplätze an Tischinseln, Besprechungsecken, eine Kaffeeküche und ein Kopierer, Zimmerpflanzen und Regale, viele Mehrfachsteckdosen und Getränke. An den Tischen sitzen junge Menschen, die auf Laptops, Smartphones und in Bücher blicken oder leise miteinander sprechen. Nebenan steht eine Frau am Whiteboard und erklärt Schülern die Anforderungen eines anstehenden Projektes. Und das soll eine Schule sein, die vielerorts als Musterbeispiel für die Digitalisierung genannt wird?

„Es gibt keine digitale Didaktik!“

Übernahme eines Podcasts und eines Kommentars von Jöran Muuß-Merholz auf pb21.de

Analoge Didaktik? Foto: Deutsche Fotothek via Wikimedia Commons unter CC BY 3.0
Analoge Didaktik? Foto: Deutsche Fotothek via Wikimedia Commons unter CC BY 3.0

Digitale Didaktik”, was für ein toller Begriff! Schon die Alliteration ist schön. Und mehr noch: Es klingt nach schlüssigen Antworten auf die vielen großen Fragen, die sich für Lernen und Lehren angesichts des digitalen Wandels stellen. Kein Wunder, dass digitale Didaktik gefragt ist: Journalisten suchen sie, Aktivisten versprechen sie, Schulen werben mit ihr. Auf den zweiten Blick erkennt man allerdings mehr Zweifel als Gewissheiten. Und auf den dritten Blick ist die Rede von „digitaler Didaktik“ nicht nur irreführend, sondern auch gefährlich.

Ausweitung der Kurszone – Course oder Community?

Der MLAB-Roboter - in Kurs #2 mit Expeditionshut - Grafik unter CC BY 3.0 DE by Martina Miocevic
Der MLAB-Roboter – Grafik unter CC BY 3.0 DE by Martina Miocevic

Mit dem Online-Kurs Kin­der­zim­mer Pro­duc­tions – eine Expe­di­tion in digi­tale Kinder- und Jugendwelten fand im März 2014 der zweite pMOOC des Media Literacy Labs statt, den Jöran konzipieren durfte. Im Hamburger eLearning Magazin Ausgabe 12 (2014) bilanzieren die Veranstalter jetzt, ob der Kurs überhaupt ein Kurs war oder schon eine Community oder irgendetwas dazwischen. Ausweitung der Kurszone – #mlab14, ein medienpädagogischer MOOC von Jöran Muuß-Merholz, Friederike Siller, Jasmin Bastian