Zum Inhalt springen

Forschung

Der Straßenlampeneffekt der Pädagogik und der Prüfungen

Foto: Pascal Fieseler, Agentur J&K

Jörans Kolumne aus der PÄDAGOGIK

Als die Polizistin spät am Abend die Straße patrouillierte, fiel ihr der Betrunkene auf, der um einen Laternenpfahl herum auf dem Fußweg kroch. Auf Nachfrage erklärte der Betrunkene, dass er seine Schlüssel verloren hatte, die er nun suche. Die Polizistin sah sich um, aber auch sie konnte die Schlüssel nicht finden. „Sind Sie sicher, dass Sie die Schlüssel an dieser Stelle verloren haben?“, fragte sie. Der Betrunkene antwortete: „Nein. Das war wohl drüben, auf der dunklen Straßenseite.“ Die Polizistin war verwirrt: „Aber warum suchen Sie dann hier?“ Für den Betrunkenen war die Sache klar: „Drüben ist es zu dunkel, um etwas zu erkennen! Deswegen suche ich hier, unter der Laterne.“

Diese Anekdote, die in verschiedenen Überlieferungen existiert, beschreibt den sogenannten Straßenlampeneffekt. Mit diesem Begriff wird in Debatten um wissenschaftliche Forschung die Tendenz beschrieben, dass Forscher*innen nicht unbedingt die relevantesten Effekte untersuchen, sondern diejenigen Effekte, die gut zu untersuchen sind. Wenn der Gegenstand von Interesse schlecht quantifiziert oder schlecht beobachtet werden kann, zieht man stattdessen solche Daten heran, die einfacher zu messen sind – aber nicht unbedingt das eigentliche Erkenntnisinteresse widerspiegeln.

JRA121 – Künstliche Intelligenz – Werkzeug oder neuer Gott?

Jöran im Gespräch mit der Journalistin und Kulturwissenschaftlerin Eva Wolfangel

JRA097 Wie kann ich meine Schule in den Weltraum bringen?

Jöran ruft an bei Jochen Leeder, Leiter des Mauszentrum und Verbindungsmann ins Weltall

Jochen Leeder, Bild nicht unter freier Lizenz
Jochen Leeder, Bild nicht unter freier Lizenz

Audio-Boom: 1,3 Mio. Menschen in Deutschland hören täglich (!) Podcasts

Podcast KopfhörerDie ARD-ZDF-Onlinestudie 2015 ist erschienen. Besonders interessant: Die Forscher messen einen regelrechten Boom bei Podcasts. Einige Zahlen:

13 Prozent der Onliner in Deutschland nutzen 2015 Podcasts zumindest selten. Das ist fast eine Verdoppelung von 2014 auf 2015, als es 7 Prozent waren.

Bei der Nutzung mindestens einmal pro Woche gab es bei den 14- bis 29-Jährigen schon von 2013 auf 2014 einen Sprung von 5 auf 10 Prozent. 2015 waren es 9 Prozent. Es scheint also, dass die Über-29-Jährigen 2015 „nachgezogen“ haben.

Die tägliche (!) Nutzung von Audio-Podcasts in der deutschsprachigen Gesamtbevölkerung ist von 1 auf 2 Prozent gestiegen. Das entspricht 1,3 Mio. Menschen, die täglich Podcasts hören. In der Gruppe der 14- bis 29-Jährigen liegt der Wert bei 5 Prozent.

Die meisten Podcast-Nutzer haben die Podcasts nicht abonniert, laden sie also selektiv herunter oder hören sie über das Web. Podcast-Abonneements nutzen ca. 2 Prozent der Onliner.