Zum Inhalt springen

Individualisierung

Sollten Kinder in Schulen „arbeiten“?

Jörans Kolumne aus der PÄDAGOGIK

Foto: Pascal Fieseler, Agentur J&K

Ich arbeite nicht in einer Schule. Ich bin nur gelegentlich dort zu Gast. Man könnte in meinem Fall also sagen: „Ich besuche eine Schule.“ Allerdings verbinden wir die Formulierung vom „SchulBESUCH“ in erster Linie mit den Schüler:innen, die Tag für Tag, Jahr für Jahr in der Schule sind. (Ist es nicht kurios, dass wir dann sagen, dass Kinder und Jugendliche die Schule „besuchen“? Sind sie nur zu Besuch gekommen – und nicht, um zu bleiben? Sollten Schüler:innen nicht vielmehr in der Schule „zuhause“ sein?)

Zurück zum Ausgangspunkt: Ich bin also häufig in Schulen zu Gast. Weil ich Schulpraxis immer nur kurz, dafür aber an verschiedenen Orten erlebt, werde ich manchmal gefragt: „Was macht für Dich eine gute Schule aus, woran erkennst Du die?“ Die seriöse Antwort lautet natürlich: „Ich sollte mich hüten, alleine aufgrund von anekdotischen Momentaufnahmen ein Urteil zu fällen.“ Das wäre an dieser Stelle aber langweilig, daher möchte ich eine Antwort ergänzen, die klein, fein, oberflächlich, subjektiv und unwissenschaftlich ist.

Die größte Herausforderung für alle Schulen

Foto: Pascal Fieseler, Agentur J&K

Jörans Kolumne aus der PÄDAGOGIK

„Welche ist die größte Herausforderung, die in Ihrer Schulentwicklung derzeit ansteht?“ Das frage ich gerne, wenn ich für Vorträge in Schulen zu Gast bin. Die Antworten sind vielfältig, und es gibt Konjunkturen. Vor ein paar Jahren dominierten die Schlagworte Inklusion, Individualisierung und Binnendifferenzierung, ab 2015 verstärkt mit der Aufgabe, Schüler*innen mit Fluchterfahrungen zu unterstützen. An vielen Orten geht es um die inneren Umbauten, die aus äußeren Vorgaben folgen, beispielsweise nach Umstellungen im Schulsystem. In den letzten Jahren werden zunehmend gesellschaftliche Themen genannt: Klimakrise, Fake News, Rechtsruck oder auch Qualifizierung für eine sich ändernde Arbeitswelt. An manchen Schulen stehen große selbstgestellte Baustellen im Vordergrund, z.B. eine Etablierung von Teamwork, jahrgangsübergreifendes Lernen oder Schulcurricula mitsamt eigener Unterrichtsmaterialien.