Zum Inhalt springen

Kolumne

Der Straßenlampeneffekt der Pädagogik und der Prüfungen

Foto: Pascal Fieseler, Agentur J&K

Jörans Kolumne aus der PÄDAGOGIK

Als die Polizistin spät am Abend die Straße patrouillierte, fiel ihr der Betrunkene auf, der um einen Laternenpfahl herum auf dem Fußweg kroch. Auf Nachfrage erklärte der Betrunkene, dass er seine Schlüssel verloren hatte, die er nun suche. Die Polizistin sah sich um, aber auch sie konnte die Schlüssel nicht finden. „Sind Sie sicher, dass Sie die Schlüssel an dieser Stelle verloren haben?“, fragte sie. Der Betrunkene antwortete: „Nein. Das war wohl drüben, auf der dunklen Straßenseite.“ Die Polizistin war verwirrt: „Aber warum suchen Sie dann hier?“ Für den Betrunkenen war die Sache klar: „Drüben ist es zu dunkel, um etwas zu erkennen! Deswegen suche ich hier, unter der Laterne.“

Diese Anekdote, die in verschiedenen Überlieferungen existiert, beschreibt den sogenannten Straßenlampeneffekt. Mit diesem Begriff wird in Debatten um wissenschaftliche Forschung die Tendenz beschrieben, dass Forscher*innen nicht unbedingt die relevantesten Effekte untersuchen, sondern diejenigen Effekte, die gut zu untersuchen sind. Wenn der Gegenstand von Interesse schlecht quantifiziert oder schlecht beobachtet werden kann, zieht man stattdessen solche Daten heran, die einfacher zu messen sind – aber nicht unbedingt das eigentliche Erkenntnisinteresse widerspiegeln.

Die größte Herausforderung für alle Schulen

Foto: Pascal Fieseler, Agentur J&K

Jörans Kolumne aus der PÄDAGOGIK

„Welche ist die größte Herausforderung, die in Ihrer Schulentwicklung derzeit ansteht?“ Das frage ich gerne, wenn ich für Vorträge in Schulen zu Gast bin. Die Antworten sind vielfältig, und es gibt Konjunkturen. Vor ein paar Jahren dominierten die Schlagworte Inklusion, Individualisierung und Binnendifferenzierung, ab 2015 verstärkt mit der Aufgabe, Schüler*innen mit Fluchterfahrungen zu unterstützen. An vielen Orten geht es um die inneren Umbauten, die aus äußeren Vorgaben folgen, beispielsweise nach Umstellungen im Schulsystem. In den letzten Jahren werden zunehmend gesellschaftliche Themen genannt: Klimakrise, Fake News, Rechtsruck oder auch Qualifizierung für eine sich ändernde Arbeitswelt. An manchen Schulen stehen große selbstgestellte Baustellen im Vordergrund, z.B. eine Etablierung von Teamwork, jahrgangsübergreifendes Lernen oder Schulcurricula mitsamt eigener Unterrichtsmaterialien.

Der Pseudokonsens über die Veränderung von Schule

Foto: Pascal Fieseler, Agentur J&K

Jörans Kolumne aus der PÄDAGOGIK

„21st Century Skills“, „#zeitgemäßeBildung“, „Zukunftskompetenzen“, „Lernen neu denken“, „neue Lernkultur“, „New Learning“, „digitale Bildung“, „selbstbestimmtes Lernen“ … In den Debatten über Veränderungen von Lernen und Schule fehlt es nicht an großen Leitbegriffen. Das ist hilfreich, denn über solche Begriffe finden sich Gleichgesinnte zusammen, die an Veränderungen interessiert sind und dafür arbeiten wollen. Das Problem: Der Konsens, den solche Begriffe erzeugen, ist trügerisch. Dabei braucht es dringend gemeinsame Leitbilder als Nordsterne, an denen wir unser Handeln inmitten des stürmischen Wandels orientieren können.

Eine stille Revolution in der Bildung: das Selbstlernen der Lehrenden (Video mit Jöran Muuß-Merholz)

„Es gibt in der Bildung eine stille Revolution, die sich im Fahrwasser der großen Veränderungen der letzten Jahre entwickelt hat.“ Das behauptet Jöran Muuß-Merholz in seiner Kolumne für die PÄDAGOGIK 8/2022.   Den Text gibt es mit PÄDAGOGIK-Abo oder als (bezahlten) Einzelartikel über die Website… 

Pädagogik-Kolumne „Schlusspunkt“ mit neuem Autor Jöran Muuß-Merholz

Die Kolumne „Schlusspunkt“ in der Zeitschrift PÄDAGOGIK ist für mich eine Institution. Von 2006 bis 2008 arbeitete ich eng mit Reinhard Kahl zusammen, der damals der Schlusspunkt-Kolumnist war, so dass ich (auch wortwörtlich) „nahe dran“ war.  In der aktuellen Ausgabe hat die PÄDAGOGIK nun einen…