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Schule

Die stille Revolution im digitalen Fahrwasser

Foto: Pascal Fieseler, Agentur J&K

Jörans Kolumne aus der PÄDAGOGIK

Es gibt eine stille Revolution, die sich im Fahrwasser der großen Veränderungen der letzten Jahre entwickelt hat. Sie findet wenig Beachtung, weil unsere Aufmerksamkeit auf die großen Schiffe gerichtet war und ist – auf Inklusion, auf Geflüchtete, auf Digitalisierung, auf Corona. Dennoch geht es um eine mächtige Entwicklung, welche Schulen als Organisation und die Professionalität ihres Personals nachhaltig verändert.

Es geht um das Lernen der Lehrenden. Damit meine ich Fort- und Weiterbildung, Personal- und Schulentwicklung, Communities of Practice und lernende Organisationen – viele große Begriffe, und doch bringt keiner den Kern der Sache auf den Punkt.

Die 4Ks – Beliebig oder bahnbrechend?

Cover der Pädagogik-Ausgabe 12/21

Jöran Muuß-Merholz hat für die PÄDAGOGIK die 4K-Skills grundsätzlich und konkret beschrieben.

Die „4Ks“ umfassen vier Fähigkeiten, die mit dem Buchstaben K beginnen: Kreativität, kritisches Denken, Kommunikation und Kollaboration. So weit, so einfach. Aber über jede Konkretisierung darüber hinaus existiert – vor allem in der deutschsprachigen Debatte – wenig Einigkeit. Vielmehr findet man zur Ausgestaltung der vier Fähigkeiten sowie zu ihrer Einbettung in einen größeren Rahmen ein buntes Mosaik an Konzepten, Interpretationen und Meinungen. Nichtsdestotrotz inspirieren die 4Ks sowohl in theoretischen Diskussionen als auch in der Praxis das WIE und das WAS des schulischen Lernens.

Die größte Herausforderung für alle Schulen

Foto: Pascal Fieseler, Agentur J&K

Jörans Kolumne aus der PÄDAGOGIK

„Welche ist die größte Herausforderung, die in Ihrer Schulentwicklung derzeit ansteht?“ Das frage ich gerne, wenn ich für Vorträge in Schulen zu Gast bin. Die Antworten sind vielfältig, und es gibt Konjunkturen. Vor ein paar Jahren dominierten die Schlagworte Inklusion, Individualisierung und Binnendifferenzierung, ab 2015 verstärkt mit der Aufgabe, Schüler*innen mit Fluchterfahrungen zu unterstützen. An vielen Orten geht es um die inneren Umbauten, die aus äußeren Vorgaben folgen, beispielsweise nach Umstellungen im Schulsystem. In den letzten Jahren werden zunehmend gesellschaftliche Themen genannt: Klimakrise, Fake News, Rechtsruck oder auch Qualifizierung für eine sich ändernde Arbeitswelt. An manchen Schulen stehen große selbstgestellte Baustellen im Vordergrund, z.B. eine Etablierung von Teamwork, jahrgangsübergreifendes Lernen oder Schulcurricula mitsamt eigener Unterrichtsmaterialien.

Der Pseudokonsens über die Veränderung von Schule

Foto: Pascal Fieseler, Agentur J&K

Jörans Kolumne aus der PÄDAGOGIK

„21st Century Skills“, „#zeitgemäßeBildung“, „Zukunftskompetenzen“, „Lernen neu denken“, „neue Lernkultur“, „New Learning“, „digitale Bildung“, „selbstbestimmtes Lernen“ … In den Debatten über Veränderungen von Lernen und Schule fehlt es nicht an großen Leitbegriffen. Das ist hilfreich, denn über solche Begriffe finden sich Gleichgesinnte zusammen, die an Veränderungen interessiert sind und dafür arbeiten wollen. Das Problem: Der Konsens, den solche Begriffe erzeugen, ist trügerisch. Dabei braucht es dringend gemeinsame Leitbilder als Nordsterne, an denen wir unser Handeln inmitten des stürmischen Wandels orientieren können.